Julias "Schoepfung" war nur der Anfang! Jetzt kam's knueppeldick: Orkanboeen, Platzregen und Gewitter vom feinsten fegt ueber den Zeltplatz hinweg. Waerend der Wetterbericht fuer Sonntag und Montag fuer Deutschland Hitze und Sonne angesagt hatte, war auf denselben fuer Texel wieder einmal kein Verlass. Als es gegen 18 Uhr zunaechst immer dunkler und dabei bedrohlich windstill wurde, begann ich, in unheimlicher Ruhe und gespielter Souveraenitaet, so wie ich es von meinem Opa gelernt hatte, mit dem "Graebenziehen" rings ums Zelt. Dann setzte das "Noodweer" ein (niederlaendisch fuer Unwetter), der innerhalb von Sekunden meine Graeben zur Farce degradierte und wir bei fast naechtlicher Dunkelheit (um 18 Uhr), bereits knoecheltief im Wasser standen zu zweit das Zelt von innen festhalten, und schliesslich innnerhalb von Sekunden entscheiden, was jetzt zu tun ist. Die Blitze und die nahezu zeitgleichen, ohrenbetaeubenden Donner liessen uns ca. 30 Sekunden spaeter mit den wichtigsten Wertsachen im Klohaus wieder finden, hoffend, dass wenigstens das Zelt nicht komplett wegfliegt und im guenstigsten Fall auch das Innenzelt nicht volllaeuft. Es soll ja wahrscheinlicher sein, vom Blitz getroffen zu werden, als im Lotto zu gewinnen ... herausfordern wollten wir es dort auf einer hoechsten Duenen aber eben doch nicht. Interessanterweise hatten wir besonnen aber zuegig reagiert und es stellte sich heraus, dass Julia eigentlich nur die Fotokameara wichtig war ;) - Die Videokamera, ein zwei Klamottenteile, Kippen und eine Dose Bier war dann schliesslich fuer die naechste Stunde unsere Ausruestung im Klohaus. Mitleidsbekundungen von anderen Campern mit ihren 3500-Euro-Sturmzelten liessen uns kalt - es sollte bloss ungefaehrlicher werden, wieder auf die Duene zu gehen.


Das Desaster hielt sich zum Glueck in Grenzen. Der See im Vorzelt war nur noch einige wenige Zentimeter tief, das Zelt stand noch und das Innezelt war auch noch weitesgehend trocken! Wir mussten also nicht wie so viele andere in der oertlichen Kantine uebernachten. Weitere Fotos folgen noch.
Unsere Lehren daraus waren unter anderem, dass wir auch im Katastrophenfall ein gutes Team sind, wir fuer das naechste mal eine Notfalltuete mit dem wichtigsten bereithalten und das Billigzelt ungeahnte Qualitaeten hat! Und dann die Vorstellung, dass noch einen Tag vorher Julia Aehnliches erlebte (siehe "Schoepfungsgeschichte") waehrend ich mit Jannis und Bernie gemuetlich inner Pommesbude sass ... oh Mann!
Am naechsten Tag strahlte die Sonne wieder als waere nichts gewesen. Es war warm und windig, so dass wir alles ohne Probleme wieder trocken kriegten. Fuer den Rest der Woche soll es jetzt auch so bleiben (Obwohlich man hier wohl eigentlich immer mit allem rechnen muss, wie uns spaetestens jetzt klar sein sollte).
P.S.: Waehrend Julia und ich in diesem (uebrigens voellig ueberteuerten) Internetcafé sitzen schluerft nebenan vorm Hotel "Cooghen" Martin aus'm Sachs seinen Fruehstuecks-Kaffee. Bochum ist eben ueberall!